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Wer bin ich? Den Ahnen auf der Spur
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Der Bergische Verein für Familienkunde ist die Heimstatt privater Familienforscher.
Stück für Stück versuchen sie, die Geschichte ihrer Vorfahren zu ergründen.
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Von Nele Cent
Der Urahn als König, man selbst in Wahrheit Prinz oder Prinzessin? Wer hat nicht schon einmal davon ge- träumt, möglicherweise blauen Blutes zu sein, ohne es zu wissen? Von Aschenputtel bis zu Hollywood- Produktionen wie „Plötzlich Prinzes- sin“ - die Menschen mögen es, solche Geschichten zu hören. Noch besser, wenn sie dabei selbst betroffen sind.
Der Bergische Verein für Familien- kunde mit Sitz in Wuppertal sucht zwar nicht explizit nach Adeligen, aber seine Mitglieder beschäftigen sich mit der
Familiengeschichte. Auf der Suche nach den Ahnen durch- forsten sie die Zeugnisse vergange- ner Jahrhunderte und bemühen sich, immer mehr Lücken in der persön- lichen Vergangenheit zu schließen.
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Geduld und Spaß am Puzzeln
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„Wir machen keine Auftragsarbeit, geben aber Hilfestellung, wenn sich
jemand für Ahnenforschung inter- essiert“, sagt Lutz von Scheidt, seit 2002 Vorsitzender des Vereins. Seine ersten Versuche, durch Befragungen der Verwandtschaft mehr über seine Vorfahren
herauszubekommen „Ei- gentlich war das zu diesem Zeitpunkt schon viel zu spät“ -, hat er in den 80er Jahren unternommen. Seitdem hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Mit dem Eintritt in den
Ruhestand vor fünf
Jahren wurde das Hobby des 65-Jährigen dann zur Passion. Von Scheidt: „Der Verein ist sozusagen ein Sprungbrett, um Erfah- rungen zu sammeln.“ Seit 1956 wohnen die von Scheidts in Wupper- tal. Ursprünglich kommt die Familie aus Hettstedt in Mitteldeutschland, aber auch im Bergischen Land sei der Name des öfteren zu finden. Für die Suche nach den eigenen Ahnen muss man laut Scheidt vor allem eines mitbringen: Geduld. Manchmal finde sich nach mühseliger und zeitraubender Arbeit nur ein kleines Puzzleteil, das einen nur wenig weiter bringe. Oft bleibe die Suche auch ergebnislos oder führe in die falsche Richtung.
„Es hat leider nicht jeder das Glück, dass die Vorfahren einen Altar oder eine Kirche gestiftet haben“, sagt der Familienforscher. Dies wäre nämlich in den Kirchenbüchern vermerkt. Von Scheidt selbst hatte aber glück- licherweise ein paar recht schreib- wütige Vorfahren. So kam er an Kopien einer Art Tagebuch eines Ahnen, der als preußischer Leutnant die schlesischen Kriege (1740-1763) durchlebte. Aus alten Ratslisten des 14. Jahrhunderts weiß der Wupper-
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Geschichte pur: Das Wühlen in alten Stammbäumen und Büchern gehört zur Ahnenforschung dazu. Für Beiratsvorsitzen den
Harald Ibach, Schriftführer Gerhard Birker, Vorsitzenden Lutz von Scheidt und Bücherwart Werner Wicke (v. l.) aber nicht ohne gebührenden Respekt vor den alten Dokumenten. Foto-Montage: . Andreas Fischer
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taler zudem, dass einige Vorfahren Mitglieder des Erfurter Stadtrates waren.
Ob sein „von“ im Namen ein Hinweis auf Adeligkeit ist, versucht der Familienforscher noch heraus- zubekommen. „Es kann auch einfach eine Herkunftsbezeichnung sein“, so der Wichlinghauser. Es gebe da meh- rere Theorien. Eine wäre, Scheidt auf „Wasserscheide“ zurückzuführen, ein Landstück zwischen zwei Flüssen. Auf ein eigenes Wappen seiner Fami- lie ist der ehemalige Chemie-Labo- rant aber bereits gestoßen. Es zeigt ein Herz, durchstoßen von einem Pfeil und darüber einen springenden Stein- bock. Als Siegelring - ein altes Famli- enerbstück - trägt von Scheidt das Wappen immer bei sich.
Zu den häufigsten Problemen der Familienforschung gehört laut von Scheidt das Entziffern der Quellen. Denn hat man endlich ein Dokument gefunden, das einem mehr über die Herkunft eines Ahnen verrät, heißt das noch lange nicht, dass man die alten Handschriften auch vernünftig lesen kann.
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Der Verein
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(nec). Der Bergische Verein für Familienkunde existiert seit 25 Jahren. Er hat 120
Mitglieder. Die meisten von ihnen kommen aus dem Bergischen Land, einige aber auch aus dem Ausland, etwa aus der Schweiz oder Australien.
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Hauptziel des Vereins ist es, Daten zu sammeln, aufzubereiten und somit für die Nachwelt
zu retten. In diesem Sinne werden auch einzelne Projekte - jüngst die Erfassung des Lüttring- hauser Kirchenfamilienbuches - ge fördert.
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Treffen ist am jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr bei der Evangelischen
Kirchengemeinde, Meckelstraße 52, in Barmen. Ge- schäftsstelle: Gennebrecker Straße 91 in Wichlinghausen, Telefon 522351 oder im Internet unter: www.bvff.de
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(nec). Wer mehr über seine Familiengeschichte herausbekommen will, kann bei
verschiedenen
Quellen fündig werden. Tipp: von innen nach außen sowie von der Gegenwart in die Vergangenheit vorgehen. Lutz von Scheidts Rat für angehende Familienforscher: Immer nach Originalen suchen und der Literatur nicht alles glauben, ohne die Information nicht mindestens einmal von einer anderen Seite gegen- gecheckt zu haben.
1. Schritt: Familienbefragung. Am besten beginnt man die Suche nach den Ahnen bei
den eigenen Eltern und Großeltern. Das ist der ein- fachste und schnellste Weg, einen Stammbaum zu erschließen und eini- ge Namen sowie Geburts-, Heirats- und Todesdaten zu erfahren. Weitere Quelle: das
Stammbuch der Familie.
2. Schritt: Kirchenbücher und Standesämter. Früher wurden in Kirchenbüchern der
Gemeinden beider Konfessionen wichtige Daten, von der Geburt über die Taufe bis zum Tod verzeichnet. Das betrifft etwa den Zeitraum 15. bis 19. Jahrhundert.
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Kopien von Kirchenbüchern aus NRW sind im Nordrhein-West- fälischen Personenstandsarchiv
Rheinland mit Sitz in Brühl zu finden.
Meistens finden sich die Kirchen- bücher aber auch noch in den Pfarreien. Für die spätere Zeit sind die Daten beim Standesamt zu erfragen. Die Zivilstandregister, das heißt die Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, für das Stadtgebiet des heutigen Wuppertals werden im Standesamt Barmen aufbewahrt. Problem: Für die jüngere Ver- gangenheit greift der Datenschutz und die Auskunft ist unter Um- ständen schwierig.
3. Schritt: Mormonen. Die Religionsgemeinschaft der Mormo- nen ist bekannt für
ihre ausführliche Sammlung von
Familiendaten. Sie liegt in der religiösen Lehre be- gründet, nachdem auch die Vorfahren in den Genuss zum Beispiel der Taufe kommen sollen, um Erlösung zu erfahren. Dafür ist der Name der Toten besonders wichtig. Im Zuge der genealogischen Suche wurden so automatisch auch viele Daten von Nicht-Mormonen zusammengetragen.
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Eine Bitte um Einsicht kann sich lohnen. Die nächste genealogische Forschungsstelle der
Mormonen befindet sich in Barmen an der Martin-Luther-Straße 6.
4. Schritt: Andere Quellen können sein: Wissenschaftliche Bear- beitungen von
Familiengeschichten, historische Abhandlungen, alte Fotografien, Tagebücher und vieles mehr. Auch in Stadtarchiven kann man eventuell fündig werden.
5. Schritt: Internetsuche. Seit es das Internet gibt, ist die internationale Suche
für Ahnenforscher stark vereinfacht worden. Auf themenbezogenen Seiten gibt es oft die Möglichkeit, sich in Mailing- Listen einzutragen, um den welt- weiten Austausch zu ermöglichen. Auch ist der
Klick auf Web-Seiten genealogischer
Gesellschaften oder Vereine eine gute Möglichkeit zur weiteren Orientierung. Links zum Thema gibt es unter anderem auch auf der Internetseite der Stadt unter der Rubrik Kultur und Bildung: www.wuppertal.de
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